Boumerdès / Algerien

Boumerdès / Algerien

Text: von Dieter Cervenka
Foto: von Karin Kuhn / Krone

Am 21. Mai um 20:24 ereignete sich in Nordalgerien ein Erdbeben der Stärke 6,7 nach der Richterskala. Nach dem Ansuchen um internationale Hilfe seitens der Algerischen Regierung kam die Anfrage, ob der ASB Rettungshundeteams für einen Einsatz stellen könne. Vom ASB St.Pölten wurden 4 Hundeteams und ein Sanitäter gemeldet. Karin Kuhn mit ihrer Jana als Einsatzleitung ASB, Christoph Rosenberger mit Niquette, Martin Wimmer mit Senta und Dieter Cervenka als Sanitäter und Mädchen für Alles.
Allerdings dauerte es noch bis am nächsten Tag Mitternacht bis die Chartermaschine nach Algier abhob. Es folgte nervenzerrendes Warten auf eine Polizeieskorte. Endlich, gegen 7 Uhr ging es los. 45 Minuten später waren wir im Zentrum des Bebens, der Stadt Boumerdès ca. 40km östlich von Algier.
Neben nahezu unbeschädigten Gebäuden lagen die völlig kollabierten Ruinen. Insgesamt wurden uns 18 Personen als noch vermisst gemeldet. Die einzelnen Schadensfelder wurden vom RK aufgeteilt. Uns wies man ein Gebäude zu, es sollte für Stunden unser Standort werden. Danach wurden alle drei Hunde angesetzt. Nach endlosen 10 Minuten zeigte Christoph´s Niquette sehr sicher im Bereich des ehemaligen Stiegenhauses an. Auch Jana bestätigte diese Anzeige kurz danach. Da uns die Kollegen aus Simmering einen Leichenverdacht äußerten, wurden die Leichenspürhunde der Polizei über das Schadensfeld geschickt. Diese zeigten nichts an. Abermals sendeten wir unsere Hunde auf den Schuttberg, es folgte eine klassische Doppelanzeige. Nun, da es für uns gewiss war eine Lebendanzeige zu haben, erfolgte die Verständigung des RK´s und der Feuerwehr Oberösterreich. Bei 35 Grad im Schatten begann die 18. FuB in der prallen Sonne mit ihren Arbeiten. Mit Bohrern, Spezialsägen, Hebekissen und dergleichen gruben sie sich durch die Gebäudereste wühlten sie sich unter die ehemaligen Geschossplatten. Es vergingen lange Stunden, literweise floss der Schweiß. Jana und Niquette wurden wieder eingesetzt um der Feuerwehr die weitere Richtung anzuzeigen. Um 16 Uhr, in mörderischer Hitze ohne Schlaf seit den Morgen des Vortages ging nichts mehr. Die oberösterreichischen Feuerwehrleute übergaben an eine polnische Einheit und wir fuhren in das Stadion, wo sich bereits Hilfskräfte aus vielen Nationen befanden. Als uns der Gesamteinsatzleiter des BMI Major Harald Wieshofer gegen 22:30 noch inoffiziell die Lebendbergung eines 12jährigen Mädchens an unserer Schadensstelle durch die polnische Feuerwehr mitteilte, waren wir in Hochstimmung. Drei Tage nach dem Beben war das Mädchen wieder im Freien. Die Nasen unserer Hunde waren doch das zuverläßlichste Werkzeug zur Ortung. Lange Trainingseinheiten unter erschwerten Bedingungen haben diesen Erfolg ermöglicht. Zufrieden ging es in eine kurze Nacht. Am Sonntag Morgen gegen 7:30 waren wir wieder abmarschbereit. Doch aus weiteren Sucheinsätzen wurde nichts. Nach einer kurzen Fahrt zur gestrigen Fundstelle mit Aufnahmen für die Zeit im Bild landeten wir wieder im Lager. Dort erfuhren wir, das es vermehrt zu Widerstand in der Bevölkerung kam. Es war mittlerweile so viel Zeit seit dem Beben verstrichen, dass die Einwohner nicht mehr an Leben unter den Schuttbergen glaubte und sich ihre Religion über die Sorge um die noch Vermißten durchsetzte. Unter großen Schwierigkeiten gelang es der österreichischen Truppe bis am Nachmittag den Flughafen Algier wieder zu erreichen. Nach der Beladung einer Antonow Transportmaschine mit den Ausrüstungsgegenständen aller beteiligter Einheiten flogen wir am Montag um 0:30 in die Heimat. Dort wartete eine große Überraschung auf uns. Unsere ganze Staffel stand um 3:30 im Morgengrauen am Flugfeld um uns abzuholen- Ungeachtet des kurz darauffolgenden Arbeitstages haben sie auf ihre Leute gewartet ? DANKE. Bilanz unseres ersten Auslandeinsatzes: Ein Mädchen darf weiterleben.

Text: von Dieter Cervenka
Foto: von Karin Kuhn / Krone

Am 21. Mai um 20:24 ereignete sich in Nordalgerien ein Erdbeben der Stärke 6,7 nach der Richterskala. Nach dem Ansuchen um internationale Hilfe seitens der Algerischen Regierung kam die Anfrage, ob der ASB Rettungshundeteams für einen Einsatz stellen könne. Vom ASB St.Pölten wurden 4 Hundeteams und ein Sanitäter gemeldet. Karin Kuhn mit ihrer Jana als Einsatzleitung ASB, Christoph Rosenberger mit Niquette, Martin Wimmer mit Senta und Dieter Cervenka als Sanitäter und Mädchen für Alles.
Allerdings dauerte es noch bis am nächsten Tag Mitternacht bis die Chartermaschine nach Algier abhob. Es folgte nervenzerrendes Warten auf eine Polizeieskorte. Endlich, gegen 7 Uhr ging es los. 45 Minuten später waren wir im Zentrum des Bebens, der Stadt Boumerdès ca. 40km östlich von Algier.
Neben nahezu unbeschädigten Gebäuden lagen die völlig kollabierten Ruinen. Insgesamt wurden uns 18 Personen als noch vermisst gemeldet. Die einzelnen Schadensfelder wurden vom RK aufgeteilt. Uns wies man ein Gebäude zu, es sollte für Stunden unser Standort werden. Danach wurden alle drei Hunde angesetzt. Nach endlosen 10 Minuten zeigte Christoph´s Niquette sehr sicher im Bereich des ehemaligen Stiegenhauses an. Auch Jana bestätigte diese Anzeige kurz danach. Da uns die Kollegen aus Simmering einen Leichenverdacht äußerten, wurden die Leichenspürhunde der Polizei über das Schadensfeld geschickt. Diese zeigten nichts an. Abermals sendeten wir unsere Hunde auf den Schuttberg, es folgte eine klassische Doppelanzeige. Nun, da es für uns gewiss war eine Lebendanzeige zu haben, erfolgte die Verständigung des RK´s und der Feuerwehr Oberösterreich. Bei 35 Grad im Schatten begann die 18. FuB in der prallen Sonne mit ihren Arbeiten. Mit Bohrern, Spezialsägen, Hebekissen und dergleichen gruben sie sich durch die Gebäudereste wühlten sie sich unter die ehemaligen Geschossplatten. Es vergingen lange Stunden, literweise floss der Schweiß. Jana und Niquette wurden wieder eingesetzt um der Feuerwehr die weitere Richtung anzuzeigen. Um 16 Uhr, in mörderischer Hitze ohne Schlaf seit den Morgen des Vortages ging nichts mehr. Die oberösterreichischen Feuerwehrleute übergaben an eine polnische Einheit und wir fuhren in das Stadion, wo sich bereits Hilfskräfte aus vielen Nationen befanden. Als uns der Gesamteinsatzleiter des BMI Major Harald Wieshofer gegen 22:30 noch inoffiziell die Lebendbergung eines 12jährigen Mädchens an unserer Schadensstelle durch die polnische Feuerwehr mitteilte, waren wir in Hochstimmung. Drei Tage nach dem Beben war das Mädchen wieder im Freien. Die Nasen unserer Hunde waren doch das zuverläßlichste Werkzeug zur Ortung. Lange Trainingseinheiten unter erschwerten Bedingungen haben diesen Erfolg ermöglicht. Zufrieden ging es in eine kurze Nacht. Am Sonntag Morgen gegen 7:30 waren wir wieder abmarschbereit. Doch aus weiteren Sucheinsätzen wurde nichts. Nach einer kurzen Fahrt zur gestrigen Fundstelle mit Aufnahmen für die Zeit im Bild landeten wir wieder im Lager. Dort erfuhren wir, das es vermehrt zu Widerstand in der Bevölkerung kam. Es war mittlerweile so viel Zeit seit dem Beben verstrichen, dass die Einwohner nicht mehr an Leben unter den Schuttbergen glaubte und sich ihre Religion über die Sorge um die noch Vermißten durchsetzte. Unter großen Schwierigkeiten gelang es der österreichischen Truppe bis am Nachmittag den Flughafen Algier wieder zu erreichen. Nach der Beladung einer Antonow Transportmaschine mit den Ausrüstungsgegenständen aller beteiligter Einheiten flogen wir am Montag um 0:30 in die Heimat. Dort wartete eine große Überraschung auf uns. Unsere ganze Staffel stand um 3:30 im Morgengrauen am Flugfeld um uns abzuholen- Ungeachtet des kurz darauffolgenden Arbeitstages haben sie auf ihre Leute gewartet ? DANKE. Bilanz unseres ersten Auslandeinsatzes: Ein Mädchen darf weiterleben.